Wo bitte geht’s zur Trauer?

Ich bin noch nicht lange in den sozialen Medien aktiv, daher sei mir eine Art kindliches Erstaunen gestattet über das, was seit Dienstag im Netz und im TV geschieht. Da geht es schon los: Kindliches Erstaunen – kann ich, darf ich so etwas schreiben angesichts der Katastrophe? Welche Worte wähle ich? Wie verhalte ich mich richtig? Solche Fragen stelle ich mir auch dann, wenn ich auf einer Trauerfeier den nahen Verwandten des Verstorbenen begegne. Und genauso fühlt es sich ja auch an – als kämen wir alle aus Haltern, als hätten wir die Schülergruppe und alle anderen Passagiere persönlich gekannt. Vor nicht allzu langer Zeit waren wir alle Charlie, jetzt sind wir alle 4U9525. Im Liveticker von n-tv ist eine Nachricht der portugiesischen Parlamentspräsidentin zu lesen: „Heute sind wir alle Deutsche und Spanier“.

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Der Innere Meckerer

Internes Memo an:
Den Inneren Meckerer

Lieber Meckerer,

zunächst möchten wir uns ganz herzlich bei Dir bedanken. Du bist seit etlichen Jahren, im Grunde seit wir unser Ich-Unternehmen gegründet haben, fester Bestandteil unseres Inneren Teams. An den allermeisten Entscheidungen, die wir für das Unternehmen getroffen haben, warst Du beteiligt und hast unermüdlich daran gearbeitet, uns Deine Sichtweise darzulegen. In schwierigen Zeiten warst Du stets zur Stelle um uns klarzumachen, dass die anderen an allem Schuld sind und dass die Welt an sich ungerecht und gemein ist. Wenn wir feststellten, dass unser Unternehmen nicht so erfolgreich ist, wie es eigentlich sein könnte, hast Du uns stets ermahnt, bescheiden zu sein, nichts zu erwarten – vor allem nichts Gutes – und zufrieden zu sein mit dem, was wir haben.

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