Fremd ist ganz schön strange …

Mit neunzehn stand ich in Heidelberg an einer S-Bahn-Haltestelle vor dem Fahrkartenautomat und habe nur Bahnhof verstanden. Oder eigentlich noch weniger als Bahnhof, denn dann hätte ich ja zumindest ein Fahrtziel gehabt.
Mal abgesehen davon, dass sämtliche Knöpfe und Schlitze an solch einem Automaten unerreichbar sind für jemanden, der nur einen und einen viertel Meter groß ist, hätte ich auch gar nicht gewusst, welche Knöpfe ich drücken soll, wenn ich denn drangekommen wäre. Einzelticket, Tagesticket, Zonentarif … ich hatte wirklich keinen Schimmer.
Damals war ich überrascht, als schon nach etwa einer Minute, in der ich stirnrunzelnd und mit leicht sehnsuchtsvollem Blick auf den Kasten starrte, jemand an mich herantrat und mir Hilfe anbot. Das war ich von dem verschlafenen Kurstädtchen, in dem ich aufgewachsen bin, nicht gewöhnt. Dort mischt man sich nicht so schnell in anderer Leute Angelegenheiten. Dort wartet man, bis man gefragt wird, man will ja schließlich nicht aufdringlich sein.

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